25 Jahre FCSF - Berichte aus der Gründerzeit
September 2007

Pastor Hugo Danker über die „Gründerzeit“ der FCSF

Pastor Hugo Danker berichtet spannend über die „Gründerzeit“ der FCSF: "Die Familie Güting war noch nicht lange aus Afrika zurückgekehrt, als ich bemerkte, dass etwas Entscheidendes auf ihren Nägeln brannte. Auf mein Drängen hin erklärten sie mir, was sie bewegte, und Rainer Güting stellte mir dann die Frage: „Warum sollte es nicht möglich sein, eine Schule auf christlicher Basis in Frankfurt zu gründen?“

Ich muss gestehen, ich hatte noch nie darüber nachgedacht und mich auch noch nie zuvor mit schulischen Themen beschäftigt.

 

Es begann mit Gebet!
Meine Antwort als sein Pastor konnte deshalb nur lauten: „Darüber sollten wir beten. Wir sollten Gott diese Frage vorlegen!“ Und das taten wir dann. Aber wir legten dann diese Frage weiteren anderen Glaubensgeschwistern und Verantwortungsträgern vor. Schon bald war der damalige Superintendent unserer Kirche, Pastor Richard Zanner, in diesem Thema mit eingebunden. Und es fanden nun immer wieder Gespräche und Gebetstreffen statt, besonders im Haus der Familie Güting.
Doch schon bald stellten wir fest, wie gewaltig das Projekt war und dass wir sehr viel Hilfe brauchen würden. Von Gott an erster Stelle, aber auch von anderen erfahrenen Glaubensgeschwistern. So reisten wir im Frühjahr 1979 zu einem Informationsbesuch nach Reutlingen, um dort die Schule und die Arbeitsweise der „Freien Evangelischen Schule“ in Reutlingen kennen zu lernen. Das war damals für uns alle, die wir mithelfen wollten, in Frankfurt die „Freie Christliche Schule“ zu beginnen, eine Ermutigung, aber auch eine große Glaubensherausforderung.
Am 2.1.1980 wurde der gemeinnützige Schulverein durch Dorothea und Rainer Güting, Gerhard Franz, Hartmut Hees, Uwe Katzenmaier, Richard Zanner und Hugo Danker gegründet. Als Vorsitzender wurde Prof. Dr. Güting gewählt und als Stellvertreter Pastor Hugo Danker und Herr Gerhard Franz.
Der Schulverein hatte die Aufgabe, alle pädagogischen und organisatorischen Fragen zu klären und der zukünftigen Schule eine stabile finanzielle Grundlage zu geben. Das beinhaltete auch die Entwicklung eines pädagogischen Gesamtkonzepts mit biblischer Basis und biblischer Werteerziehung. Darüber hinaus mussten auch für jedes Fach detaillierte Unterrichtspläne ausgearbeitet werden, die im Einklang waren mit den Rahmenrichtlinien des Landes Hessen. Natürlich mussten auch Eltern und Schüler für die Schule gefunden werden sowie qualifizierte Lehrer und geeignete Schulräume. Und Gott schenkte uns nicht nur fähige, sondern vor allen Dingen auch völlig hingegebene Mitarbeiter! Dabei denke ich an unsere ersten zwei Lehrerinnen. Frau Lieselotte Schreuers und Frau Ruth Rohner. Beide waren nicht nur bereit in das Glaubensprojekt „Freie Christliche Schule“ einzusteigen, sondern darüber hinaus war Frau Schreuers auch bereit, als Schulleiterin die Verantwortung zu übernehmen 25 jahre fcsf danker 02 und sogar für dieses Glaubensprojekt ihr gesichertes Beamtenverhältnis aufzugeben. Aber auch das gerade jung verheiratete Ehepaar Rohner war bereit, in den ersten Jahren ihre eigene Familienplanung hinten an zu stellen, nur damit die „Freie Christliche Schule“ überhaupt beginnen konnte. Diese ganze Einstellung und Haltung erinnerte mich an den Appell des Pioniermissionars Hudson Taylor, der einmal auf einer Konferenz gesagt hatte: „Die Männer und Frauen, die wir brauchen, sind die, bei denen Jesus, bei denen China und bei denen die Menschenseelen immer und überall an erster Stelle stehen. Das eigene Leben, ja sogar das Leben derjenigen, die uns teurer sind als das eigene Leben, kommen erst an zweiter Stelle. Von solchen Männern und Frauen könnt ihr uns nie zu viele schicken. Ihr Wert ist köstlicher als Edelsteine“. Und solche Edelsteine hat Gott der „Freien Christlichen Schule“ von Anfang an geschenkt.
Und so war es Gott selber, der uns immer unseren Glauben erneuerte und stärkte! Aber was mich damals ganz besonders beeindruckt hat, das war dieser spürbare Glaube – und zwar bei allen Beteiligten. Ein Glaube, der alle Sitzungen prägte und der alle Planungen bestimmte. Jemand hat einmal gesagt: „Wir dürfen nie vergessen, dass der Glaube die einzige Macht ist, um Berge zu versetzen, um Schwierigkeiten zu besiegen und um das Unmögliche möglich zu machen!“ Und genau dieser Glaube an die Macht und an die Möglichkeiten Gottes, der bestimmte von Anfang an das ganze Handeln. Wie gesagt, es gab immer wieder Glaubensprüfungen. Doch im Einssein vor Gott und im Glauben konnten alle Schwierigkeiten überwunden werden. Und gemeinsam haben wir gelernt, dass, wenn Gottes Werk nach seinem Willen getan wird, dann kann es stets mit seiner Hilfe rechnen!

In den zehn Jahren, in denen ich in der „Freien Christlichen Schule“ mit Verantwortung tragen durfte, habe ich vor allen Dingen lernen dürfen, dass das vertrauensvolle Gebet, dass von Gott geschenkter Glaube und dass die völlige Hingabe an IHN die Quelle und das Geheimnis eines siegreichen Lebens ist! Und Richard Zanner erwähnte kürzlich in einem Gespräch, dass er durch das Projekt der „FCSF“ gelernt habe, wie wichtig eine christliche Erziehung ist und dass ihn das motiviert habe, sich in seinem neuen Arbeitsgebiet, als Missionsdirektor in Afrika dafür einzusetzen, dass durch seine Mitarbeit über 400 christliche Schulen gegründet wurden.

HUGO DANKER
gehört zu den Gründern der FCSF,
er ist Pastor i.R. und verantwortlicher Redakteur der Sendereihe: „Durch die Bibel“ im Evangeiumsrundfunk